Bei Anbietern für Online-Poker trifft der Spieler rund um die Uhr Gleichgesinnte im Turnier, beim Cash Game oder am Spielgeldtisch. Nie war es so verlockend wie heute, aufgrund der in diesem Sektor mittlerweile herrschenden Konkurrenz, sich in einem der virtuellen Spielsäle anzumelden: Zur Begrüßung erhält der Neuankömmling gewöhnlich eine stattliche Anzahl von Spielgeldchips oder eine ansehnliche Gutschrift für jede vorgenommene Einzahlung.
Pokerschule Internet
Einige Portale ermöglichen dem Interessierten, dem eigenen Tempo gemäß ins Spiel einzusteigen, beispielsweise durch das Absolvieren kostenloser Kurse. Dort werden Grundlagen vermittelt, Begriffe erläutert und typische Situationen erklärt. Für Einsteiger ist das nicht nur nützlich, weil sie das Spiel und die Entscheidungen ihrer Gegner besser zu verstehen lernen – unter Umständen wird das erfolgreiche Bestehen der Tests sogar belohnt: Wer die Mindestanforderungen erfüllt, indem er zum Beispiel einige Odds und Outs zutreffend berechnet, erhält Vergünstigungen oder „Tickets“, die ihm erlauben, an Turnieren teilzunehmen. Diese Einsteigerturniere simulieren „den Ernstfall“, weshalb sie sich ausgezeichnet als Training eignen. Zudem werden Turnierteilnehmer in Ligen aufgenommen, deren Ranglisten die Fähigkeiten der aufgeführten Spieler verlässlich abbilden.
Der Sprung ins kalte Wasser
Die meistgespielte Variante, sowohl mit Spiel- als auch mit Echtgeld, ist Texas Hold’em als No Limit. Einsteigern, denen die Lust fehlt, sich durch die Theorie zu arbeiten, bieten Spielgeldtische hervorragende Möglichkeiten, Texas Hold’em an sich, die verschiedenen Spielertypen sowie die Eigenarten des online gespielten Pokers zu studieren, bevor sie sich an Cash Games versuchen: Die Herausforderungen des Online-Pokers können sich vom realen Spiel stark unterscheiden, besonders beim um kleine Einsätze gespielten No Limit. Im Internet treffen Routiniers der raffinierten Taktik auf unsichere Anfänger sowie auf Waghalsige, die ihr Glück erzwingen wollen. Für den unerfahrenen Spieler ergeben sich aus dieser Kombination zahlreiche Gelegenheiten, verschiedene Strategien zu beobachten und an der Vervollkommnung seines eigenen Stils zu arbeiten.
Überleben im Haifischbecken
Maniacs, die jedes Blatt spielen, verwegen erhöhen, vor dem Flop All-in gehen und sich darauf verlassen, dass die Konkurrenz passen wird, erscheinen früher oder später an jedem virtuellen Tisch. Normalerweise nimmt sich der Spieler mit dem höchsten Stack des Maniacs an, woraufhin der bald die Runde verlassen muss. Wer aber ein aussichtsreiches Blatt hat und in vorteilhafter Position sitzt, kann ruhigen Gewissens bieten: Mit gutem Blatt gegen einen Maniac zu verlieren, ist zwar möglich – aber es gehört schon ziemlich viel Pech dazu.
Schwieriger einzuschätzen ist der loose-aggressive Stil: Solche Spieler passen fast nie vor dem River, spielen beinahe jedes Blatt und erhöhen oft – nicht selten bereits vor dem Flop. Für gewöhnlich sind sie es, die scheinbar endlose Runden von Raises und Reraises initiieren. Loose-aggressive Spieler verlassen sich auf die „Feigheit“ der Konkurrenten, die irgendwann aus den Setz-Salven aussteigen und somit den Pot dem Nervenstärksten überlassen. In größeren Runden ist diese Strategie riskant, falls der Spieler blufft. Im Heads-up oder in kleinen Runden kann es jedoch äußerst effektiv sein, loose-aggressive vorzugehen.
Tighte Spieler agieren sicherheitsbetont und bluffen nie. Sie spielen ausnahmslos Blätter, deren Chancen sie als gewinnbringend einschätzen. Im Zweifelsfall neigen behutsame Gegner zum Folden, weshalb sie durch Raises leicht zum Aufgeben zu bewegen sind. Vorsicht ist angebracht, wenn ein tighter Spieler nicht nur mitgeht, sondern seinerseits erhöht. In großen Runden ist Zurückhaltung ein nützliches Werkzeug, um die Konkurrenz in aller Ruhe zu beobachten oder um darauf zu warten, dass unbequeme Spieler den Tisch verlassen müssen. Sowohl im Heads-up als auch in kleinen Runden ist das ausschließlich sicherheitsbetonte Spiel allerdings fruchtlos, weil die wenigen Gewinne die zahlreichen niedrigen Verluste kaum ausgleichen. Zudem sind Tighte so leicht zu durchschauen, dass die Konkurrenten passen werden, sobald ein Sicherheitsbezogener erhöht – die Gewinne dieser Spieler fallen deshalb meistens gering aus.
Gewissermaßen der Gegenpart des loose-aggressiven ist der tight-aggressive Spieler: Zwar ist er tendenziell auf seine Sicherheit bedacht, jedoch riskiert er etwas und forciert das Spiel, wenn sein Blatt einigermaßen vielversprechend ist oder er meint, einen Bluff durchschaut zu haben.
Es lohnt sich, die eigene Strategie auf die jeweilige Spielsituation abzustimmen: Ist die Konkurrenz tight, kann das Stehlen der Blinds mittels Raise oder All-in sehr einträglich sein. Beliebt ist diese Taktik vor allem bei Spielern mit niedrigem Stack. Kümmert sich niemand um einen Maniac, empfiehlt es sich, auf ein attraktives Blatt sowie auf eine günstige Position zu warten, um diesen Spieler aus der Runde zu entfernen. An Tischen mit niedrigen Einsätzen kann es lukrativ sein, vor dem Flop oder dem Turn Salven zu setzen, um den Pot aufzustocken.
Drei Tugenden
Geduld: Manchmal ist es nötig, lange Zeit auf ein besseres Blatt zu warten, mehrfach den Tisch zu wechseln oder das Spiel ganz einzustellen.
Selbstkritik: Nicht alles ist Glückssache. Mitunter sind Verluste einer (der Spielsituation unangemessenen) Strategie geschuldet.
Disziplin: Verluste abzuhaken, statt sie mit Gewalt wieder ausgleichen zu wollen, ist bekömmlich für die eigene Bankroll.